Wie verbreitet sind Balkonkraftwerke in Frankfurt am Main? Eine Auswertung aktueller Daten

Analyse der zeitlichen Entwicklung sowie räumlichen Verteilung von Steckersolargeräten

1/28/20261 min read

Balkonkraftwerke haben sich in den vergangenen Jahren nicht nur in Frankfurt als niedrigschwellige Form der privaten Stromerzeugung etabliert. Im folgenden möchten wir konkret auf die Zubauzahlen für Frankfurt eingehen sowie die räumliche Verteilung analysieren.

Während zwischen 2021 und 2022 der monatliche Zubau nur moderat war, beschleunigt er sich ab dem Frühjahr 2023 deutlich. Hier können mehrere Faktoren eine Rolle spielen: Zunächst wurde Ende 2022 die Solaroffensive im Frankfurter Römer verabschiedet, die Steckersolaranlagen mit bis zu 75 % förderte (die Mittel sind inzwischen ausgeschöpft). Zweitens wurden die Anlagen durch den Preisverfall bei den Solarmodulen deutlich günstiger und damit für eine größere Bevölkerungsgruppe erschwinglich. Nicht zuletzt trug auch die Bundespolitik mit dem Abbau von bürokratischen Hürden dazu bei, dass inbesondere Mieter leichter eine Erlaubnis für die Installation erhalten und Steckersolargeräten nicht mehr ohne gewichtigen Grund die Erlaubnis verwehrt werden kann.
Trotz der erschöpften Förderung im Sommer 2025 konnte ein hohes Installationsniveau beibehalten werden.

In den Jahren 2021 und 2022 stellen Balkonsolaranlagen noch die Ausnahme dar, aber ab 2023 ist eine deutliche Beschleunigung des Zubaus zu erkennen. Besonders in den Jahren 2024 und 2025 zeigt sich ein höheres Ausgangsniveau zu Jahresbeginn sowie ein kontinuierlicher Anstieg im Jahresverlauf. Im letzten Jahr ist ein gewisses Abflachen des Wachstums aufs Jahressicht zu erkennen. Dies deckt sich mit dem bundesweiten Trend, hier legten die Balkonkraftwerke ebenfalls ca. 25 % (von 400 MWp in 2024 auf 500 MWp in 2025) zu.

Der Blick auf die verschiedenen Stadtteile fördert deutliche Unterschiede in der installierten Leistung pro Einwohner zutage. Besonders hervorzuheben ist der Riedberg, hier sind ein Vielfaches an Balkonkraftwerken pro Einwohner installiert, während mit zunehmender Innenstadtlage der Ausbau geringer ist. Die Gründe dieser deutlichen Unterschiede können vielfältig sein, die unterschiedliche Wohn- und Bebauungstruktur spielt wahrscheinlich eine entscheidende Rolle. Vor allem zeigt sich aber auch, wo noch großes Potential für den weiteren Ausbau vorherrscht.

Die Auswertungen zeigen, dass sich Balkonsolaranlagen innerhalb weniger Jahre von einer Randerscheinung zu einer messbaren Größe entwickelt haben. Schon tausende Frankfurter Haushalte erzeugen klimafreundlichen Strom direkt vom Balkon und reduzieren gleichzeitig Ihre Energiekosten. Gleichzeitig bleibt es wichtig, alle gesellschaftlichen Gruppen im Blick zu haben, damit die Vorteile der Klein-PV-Anlagen möglichst der breiten Bevölkerung zugute kommen.

Hinweis: Die genannten Daten inklusive der Grafiken dürfen unter Nennung der Quelle frei zitiert werden.